FDP-Ortsvorsitzender Jan J. Albers: Mehr Wertschätzung für Landwirte

Lorup/Rastdorf

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Hermann Grupe besuchte gemeinsam mit Mitgliedern des Vorstandes der FDP Emsland-Nord den Milchviehbetrieb Markus Schwarte in Lorup. Der Landwirt aus Überzeugung erklärte seinen konventionell arbeitenden Betrieb und führte den Besuchern die Funktionsweise eines Melkroboters „life an der Kuh“ vor. Hermann Grupe, der selber Landwirt ist und mit seinen Söhnen einen Ackerbaubetrieb im Weserbergland führt, zeigte sich beeindruckt und betone, dass die Digitalisierung mittlerweile für die moderne Landwirtschaft unverzichtbar sei.   

 

Anschließend hatte die FDP Emsland-Nord zu einem Gedankenaustausch mit einheimischen Landwirten in das Heimathaus in Rastdorf eingeladen. Grupe forderte einen sachlichen Umgang mit der Landwirtschaft und vor allem der Nutztierhaltung  ein. „Es kann nicht sein, dass unsere heimischen Landwirte permanent als „die bösen Massentierhalter“ an den Pranger gestellt und mit immer mehr Bürokratie belastet werden, während die Bundesregierung mit dem MERCOSUR-Freihandelsabkommen den Markt für Rindfleisch aus riesigen Mastbetrieben öffne, für deren Flächenbedarf täglich hektarweise Regenwald zerstört werde.“

Ralf Lukas betonte zudem, dass konventionell arbeitende Betriebe im Emsland gesunde, hochwertige und zugleich bezahlbare Lebensmittel produzierten. „Die von einigen Kritikern in den Raum geworfene Behauptung des gäbe nur „BIO“ oder „Böse“ ist Unfug!“

Weitere Themen des regenden Gedankenaustausches waren die neue Düngeverordnung, Regelungen in der Schweinezucht und die ökologische Situation im Emsland.

Der FDP-Vorsitzende des nördlichen Emslandes Jan J. Albers, forderte in diesem Zusammenhang die emsländischen Kommunen auf mehr Bäume zu pflanzen und ungenutzte Flächen zu renaturieren. „Neue wissenschaftliche Studien haben bewiesen, was eigentlich ohnehin jedem hätte klar sein dürfte: Bäume sind ungemein wichtig für das Klima.“ Albers forderte die Kommunen im Emsland auf  nun entsprechende Programme hierfür aufzulegen.

 

Zum Abschluss des Abends lud Landwirt Josef Klatte aus Rastdorf Hermann Grupe dazu ein, beim nächsten Besuch seinen Betrieb zu besichtigen: „Dann können Sie sich davon überzeugen, dass auch die Schweinehalter im Emsland gute Arbeit leisten. „ Der Abgeordnete nahm die Einladung gerne an und freut sich auf seinen nächsten Besuch im Emsland.

Albers, 2019-07-22

Ferkelkastration: FDP fordert Haltung von Politikern

DISKUSSIONSABEND IN SURWOLD

Surwold. Über den Umgang mit dem Wolf und die Ferkelkastration haben FDP-Politiker und Vertreter der Landwirtschaft im Waldhotel Surwold diskutiert. Von den Liberalen eingeladene Vertreter der Verbände NABU, BUND und Peta (Tierrechtsorganisation) blieben der Veranstaltung fern.

Hermann Hermeling, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, erläuterte die vier möglichen Alternativen, die es zur derzeitigen Kastration ohne Betäubung gibt. Ab 2021 ist eine Betäubung Pflicht. Ein Knackpunkt bei der Umsetzung sei, dass gemäß Tierschutzgesetz eine komplette Ausschaltung des Schmerzes erfolgen muss, eine Linderung reicht nicht aus. 

Ralf Lukas (links) moderierte die Diskussionsrunde mit (von links) Jan Albers, Gero Hocker, Hermann Hermeling, Michael Goldmann und Thomas Brüninghoff. Foto: Birgit Waterloh

 

Vier mögliche Alternativen stehen zur Auswahl. Verzichten Landwirte auf den Eingriff und ziehen stattdessen Eber auf, besteht die Gefahr von sogenannten „Stinkern“. Diese Tiere müssen in einem aufwändigen Verfahren im Schlachthof ermittelt werden, weil das Fleisch nicht vermarktet werden kann. Höchstens 10 Prozent Marktanteil räumt Vermarkter Tönnies dem Eberfleisch aktuell noch ein. 

Testlauf mit 100.000 Tieren

Vorbehalte gibt es auch hinsichtlich der sogenannten Immunokastration mittels Impfstoff. Dieser führt zu einer Rückbildung der Hoden. In Kürze wird aber, wie Hermeling mitteilte, ein erster Testlauf mit 100.000 Tieren starten. Ausloten will man, wie diese Tiere vom Markt angenommen werden. 

 

Unter Narkose

Die dritte Möglichkeit ist eine Kastration unter Narkose. Die Narkose kann zu einem durch eine Injektion durch den Tierarzt erfolgen. Eine weitere Alternative ist die Narkose durch das Inhalieren des Mittels Isofluran. Der Bundestag hat kürzlich entschieden, dass dies alleine der richtige Weg sein soll. Die Landwirte sollen nach einer entsprechenden Schulung die Möglichkeit erhalten, diese Betäubung selbst durchzuführen. Sie scheuen jedoch den Umgang mit dem Wirkstoff, der für die Anwender nicht ungefährlich ist. 

Wettbewerbsnachteil durch Importe

Der von den Landwirten favorisierte vierte Weg ist die lokale Betäubung. „Dabei können wir aber noch keine komplette Schmerzfreiheit darstellen“, sagte Hermeling. Daran werde gearbeitet. In Dänemark und den Niederlanden darf diese Methode angewendet werden. Etwa 4 Millionen Ferkel werden von dort laut Hermeling jährlich nach Deutschland importiert. „Das bedeutet für uns einen Wettbewerbsnachteil“, erläuterte er. Gleichzeitig befürchtet er, dass hiesige Sauenhalter ihre Betriebe aufgeben.

"Schmerzen nicht zu 100 Prozent auszuschalten"

„Politiker müssen Haltung zeigen“, forderte Gero Hocker, Landwirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Bis zum kürzlich um zwei weitere Jahre hinausgeschobenen Verbot des betäubungslosen Kastrierens sei Zeit genug gewesen, alternative Methoden zu prüfen. Eine 100-prozentige Schmerzausschaltung sei bei keiner der Alternativen gegeben, so Hocker. Er hält es für sinnvoller, vorerst alle Methoden offen zu halten und nach eingängiger Prüfung zu entscheiden. Die Festlegung auf eine Methode könne den Landwirten nach Neuwahlen und einem möglichen Regierungswechsel wieder auf die Füße fallen.

FDP: Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

Auch der Umgang mit dem Wolf spaltet die Bürger. Aus Sicht Hockers ist der Wolf weder der personifizierte Dämon noch ein unantastbares Tier. „Wir müssen mit ihm umgehen wie mit jeder anderen Art“, meinte er. Zum Erhalt der Biodiversität sei eine Aufnahme ins Jagdrecht unerlässlich. Schutzzäune durchkreuzten die natürlichen Wanderwege von Rehen oder Wildschweinen. Sie würden damit auf Wirtschaftswege oder Straßen umgelenkt, mit entsprechenden Folgen. 

Nicht nur Ja oder Nein

Hermeling sieht drei Regionen, in denen ein Zusammenleben mit dem Wolf schwierig ist: Grünlandgebiete wie in der Wesermarsch, in denen die Tiere auf nur durch Gräben begrenzte Weiden laufen. Weiterhin die Lüneburger Heide; hier funktioniere der Erhalt der Kulturlandschaft nur mit Schafen. Diese sind auch zur Deichpflege unerlässlich. „Outdoorhaltung ist doch das, was alle wollen“, sagte Hermeling. Um eine Regelung komme man deshalb nicht herum. „Zu glauben, in der Natur eine Frage nur mit Ja oder Nein zu beantworten ist falsch“, machte auch Hocker deutlich. 

NOZ, 2019-07-22

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Telefon: 04961 8390596

E-Mail: jan.albers@ewetel.net

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